Staatsschuldenkrise: Griechenland und die Eurokrise
Der Instinkt der schwäbischen Hausfrau erkennt nun zwar, daß die Schulden ein Problem
darstellen. Er sieht aber – in seiner einzelwirtschaftlichen Borniertheit – nicht, daß ein Abbau von
Schulden zugleich einen Abbau ihrer Gegenbuchung, von Geldvermögen, bedeuten muß. Und dass deswegen angegeben werden müsste, wessen Geldvermögen sinken muss und wie dies bewirkt werden könnte.Statt dessen wurde der genau gegenteilige Weg eingeschlagen: Durch „Hilfsprogramme“ und „Rettungsschirme“ wird das Vermögen der Gläubiger geschützt – und damit werden die Schulden konserviert. Sie können so nicht abgebaut, sondern nur weitergegeben werden. Eine solche Lösung aber hilft weder den Schuldnerländern noch trägt sie zur Lösung der Krise bei. Die wahrscheinlichsten Szenarien, in die sie münden kann, sind eine lang andauernde Phase anämischen Wachstums, eine Kombination aus Inflation und Währungskrise oder eine Kombination von all diesem.
Die Rolle der Ungleichgewichte in der EU-Krise
